Christoph Cemper im Interview mit Effektiv auf der SMX 2018 zum Thema Linkbuilding

By | August 10, 2019


Philipp: Moin, moin oder soll ich lieber sagen
“Servus”, denn wir sind in München auf der SMX. Neben mir sitzt der Christoph Cemper. Hallo Christoph, grüß dich. Christoph: Servus. Philipp: Schön, dass es geklappt hat. Christoph, stell dich doch am besten mal selber
vor. Ein paar Leute kennen dich vielleicht noch
nicht. Wer bist du, was machst du? Christoph: Ja, ich bin Christoph Cemper aus
Wien. Ich bin Gründer der LinkResearchTools, Erfinder
von Link Detox und seit 2003 mit Links beschäftigt. Ich mache außer Links gar nichts, d.h. alles,
was mit Links, Redirects, Canonicals, OffPage zu tun hat. Das alles mache ich zum Zwecke von Traffic,
SEO und Manipulation von Suchergebnissen, manche nennen das auch Suchmaschinenoptimierung,
seit 15 Jahren. Genau deswegen habe ich meine Tool quasi entwickeln
müssen. Es gab halt nichts Vergleichbares und es gibt
in manchen Bereichen meiner Ansicht nach noch immer nichts, das an das herankommt. Philipp: Und jetzt bist du hier bei der SMX
– auch nicht zum ersten Mal. Du bist als Speaker hier und in deiner Session
geht natürlich auch um Linkbuilding. In meiner ersten Frage geht es auch genau
um dieses Thema. Worauf muss ich denn bei einem quick’n’easy
20 Minuten Linkbuilding Audit achten. Was muss ich tun, damit ich wirklich schnell
etwas erreichen will? Christoph: Ja, also sehr viele, die anfangen
haben die Erwartung, dass sie alle schlechten Links mit einem Mal eliminieren und dann fertig
sind. Das sind sie aber nicht. Erstens bekommst du zum Beispiel bei Gratis
Tools, wie Google Search Console, zwar Daten, aber das sind nur ein paar Prozent. Das können trotzdem tausende Links sein. Wenn du die alle manuell prüfen willst, dann
bist du auch erstmal beschäftigt. Aber wichtig hierbei ist: Links werden nicht
über das Design definiert. Du hast im Webdesign, also im Template, nicht
die Qualität des Links verpackt. Das ist die Gefahr, wenn du jetzt ein manuelles
Audit durchführst und sagst: “Boar, wie schaut’s denn bei mir aus? Boar, das schaut alt aus”. Dabei muss man beachten, dass alte Seiten
oft die besten Links haben. Das ist der erste Fehler, der oft gemacht
wird. Sagen wir mal, du schaust dir eine Gratis
Wordpress Template Seite an und dort sind sehr viele typische Linkkäufer oder typische
Verdächtige, weil du die Namen und die Keywords kennst oder weil da lauter Links drauf sind. Wenn du z.B. ein eCommerce-Retailer bist und
da ist irgendwas mit Casino, Poker oder irgendwelche Pillen, dann siehst du schon – das ist der
Klassiker, den man sofort sieht. Nur, das ist halt nur für Beginner. Da erkennt sogar meine Mutter, dass da irgendwas
komisch ist. Super geile Links erkennt auch jeder und sagt:
“BBC? Will ich auch haben.” Je mehr das aber von diesen Extremen weg zur
Mitte kommt, umso schwerer wird es für den Menschen, aber auch die Maschinen, gute von
schlechten Links zu unterscheiden. Man muss sich einfach eingestehen, dass Google
bis heute nicht in der Lage ist, diesen Mittelbereich perfekt zu machen. Keine Software schafft das. Und auch erfahrene SEO’s sitzen bei uns
im Workshop und diskutieren dann, ob der Link gekauft ist oder nicht. Man muss sich einfach vor Augen halten, das
ein Link Audit nicht daraus besteht, nur die ganz schlechten Links zu eliminieren. Dennoch kannst du mit diesen Links auf jeden
Fall anfangen. Das ist schon mal viel Arbeit. Es gibt viel Spam. Es gibt viele Scraper. Es gibt auf jeden Fall viel Zeug, das aufgeräumt
werden muss, damit man da dann nochmal ans Eingemachte gehen kann. Es hat sehr viel mit dem Mindset zu tun oder
besser gesagt mit der Hoffnung, das einfach mal zu machen. Wenn ich aber 5 Jahre lang keine Buchhaltung
mache und mich dann aber einmal ransetze, dann ist das viel Arbeit, die aber gemacht
werden muss. Danach machst du es lieber einmal im Monat,
statt wieder 5 Jahre zu warten. Genau das sehe ich halt oft: “Ja, jetzt
haben wir das gemacht und nun bleibt das Internet einfach stehen.” Philipp: Also einmal gemacht und dann nie
wieder angerührt. Christoph: Ja genau. Und wir haben auch Penalties. Wir haben Kunden, die nach 3 Jahren wiederkommen
und sagen: “Christoph, was ist denn los? Ich habe doch alles aufgeräumt und den Penalty
entfernt. Was ist den jetzt schon wieder los?” Dann sage ich ihm, dass zum Beispiel das Penguin
Update von Google ausgerollt wurde. Dann sagt er: “Und wo kommen jetzt die Links
her?” Na von Scrapern oder deinen Konkurrenten. Erst vor ein paar Wochen haben wir eine Case
Study veröffentlicht, in dem wir ein genau solches Szenario beschreiben. Es geht halt nicht ohne ständige Optimierung. Google sagt zwar, dass es viel finden kann,
aber halt leider nicht alles. Philipp: Okay, nächste Frage. Mal ganz ehrlich. Mal Hand aufs Herz: Was hat man früher im
Linkbuilding noch gemacht, was heute ein absolutes No-Go, das man einfach nicht mehr macht, aber
früher völlig normal war? Christoph: Jeden Link nehmen. Bis 2012 hat Google die schlechten Links nicht
als schlecht, sondern als wirkungslos berechnet. Das heißt, du konntest die Kreditkarte auf
den Tisch legen und sagen: “Mach mal Butter bei die Fische. Ich will jetzt alle Links kaufen, die du hast.” Und beim nächsten Typen auch und dann wieder
beim nächsten. Dann hast du einfach 3000 Links und davon
haben vielleicht nur 300 gezogen und die anderen 2700 nicht. Das war aber egal. Das ist so, wie wenn viele Chirurgen an einem
Patienten herumschnippeln, bis sie irgendwann mal den einen Tumor wegschneiden und das restliche
Geschnipple ist völlig egal. Absurd, wenn man das so betrachtet. Ich war 2012 überrascht, als ich die Penguin-Abstrafungen gesehen habe, weil ich die ungefähr 2005 erwartet habe, als ich angefangen habe, meine
Software zu bauen. Das ist die große Änderung, nicht im Markt
sondern in der Google Search Engine. Daher kommen diese Aussagen, die wir immer
wieder hören: “Links funktionieren nicht mehr. Links ziehen nicht mehr. SEO ist tot.” Ja, stimmt. Das, was man vorher noch machen konnte, ist
tot. Das geht nicht mehr. Das ist die Änderung. Heute haben wir natürlich mit sehr viel mehr
Softwareunterstützung die Möglichkeit mit weniger Risiko einen Link einzuschätzen,
bevor er gesetzt ist. Das heißt, du kannst Risikomanagement machen
und selbst wenn da einer ist, der 100 Links im Angebot hat, dann prüfst du einfach, welcher
von diesen Links dir schadet und welcher dir nicht oder am wenigsten schadet. Das ist natürlich genau das Gegenteil von
dem, was man vor ein paar Jahren noch gemacht hat. Natürlich kann man die Seiten auch anschauen,
aber auch da gilt wieder: aus technischer Sicht kann Google die Seiten rendern und habe
die spammigsten Links auf den schönsten Seiten und die stärksten auf den grottig schlechtesten
Seiten gesehen. Also schlecht aus Sicht von uns Menschen. Ohne Datenpunkte geht es eigentlich nicht. Da gibt es viele Gratis Tools, mit denen du
schon viele Daten heraus bekommst. Da muss man jetzt keine großen Link Research
Tools kaufen. Philipp: Das ist ein gutes Stichwort, denn
bei meiner letzten Frage möchte ich von dir deine 3 Top Gratis SEO Tools haben. Christoph: Okay. Das erste ist eigentlich zum Linkbuilding
gedacht. Zum Beispiel bei Wikipedia kann man immer mal wieder ein Link zu deiner Website kaputt sein, weil sich irgendetwas geändert hat, nur wer soll die
kaputten Links finden? Da gibt es, zumindest in Google Chrome, ein
Browser Plugin – Browser Plugins sind sowieso geil und werden unterschätzt und auch ich
habe sie jahrelang ignoriert. Das Tool heißt Check my links und es macht
genau das. Du bist auf einer Seite, das ist vielleicht
ein Wikipedia Artikel über Video in Social Media oder was auch immer, drückst auf das
Plugin und das Tool fährt einfach über diese 800 Links drüber und markiert alles
in Grün. Aber was dich natürlich interessiert, sind
die roten Markierungen. Die schaust du dir an, denn das sind die kaputten
Links auf dieser einen Wikipediaseite. Das Tool kannst du dir in ein paar Sekunden
installieren und dann kannst du eigentlich schon loslegen und hast Links gefunden, die
du nachbauen und bei denen du Änderungen vornehmen kannst. Das zweite Tool – und jetzt reden wir eigentlich
von Linkgraph-Analyse – bieten wir selber an. Früher gab es ja den Google Page Rank. Power verwenden wir seit 6 Jahren schon in
den LinkResaerchTools und bieten es seit 4 Jahren als Gratis Tool an. Also Page Rank ist im Grunde nur ein Logarithmus
und genau das haben wir auch. Wir haben einmal Power und auch eine zweite
Achse, die wir Trust nennen. Die Messung von diesen zwei Kriterien für
jede Seite und Domain in LRT Power und LRT Trust stellen wir eben gratis zur Verfügung. Die beiden brauchst du, wenn du entscheiden
musst ob du Wikipedia x,y oder z nimmst oder Blog xy. Bei diesem Beispiel sagt natürlich jeder:
“Ja, ich nehme Wikipedia”. Aber die Messung der Linkstärke ist mit in
der Gratis-Erweiterung. Wir haben eigentlich 3 Erweiterungen. Eine, die nur diese Linkstärke anzeigt, eine,
um auch Redirects, also das Timing, zu messen und das LRT SEO Toolbar, in der man diese
ganzen Daten nochmal in den Suchergebnissen sieht. Da kannst du dir jetzt aussuchen, welches
du installierst. Du hast auf jeden Fall bei allen die Messung
der Linkstärke dabei und kannst auf einem einfachen, kostenlosen Weg diese Daten anzeigen
lassen. So, jetzt hast du den Link und weißt, wie
stark der ist. Jetzt geht es eigentlich los. In dem Fall Wikipedia weiß ich eigentlich
schon, was ich tun will. Aber in manchen Fällen möchte ich von der
Seite noch irgendetwas extrahieren. Ich möchte mir von der Seite irgendwas merken. Genau da wird es jetzt schwammig, weil mit
kostenlosen Tools würde ich auf jeden Fall bei den Browser Extensions bleiben, aber da
gibt es ganz viele verschiedene. Ich kenne zum Beispiel Leute, die merken sich
alle ihre Wunschseiten, also ihre Favoriten, in einem Bookmark-Tool, wie zum Beispiel Pocket,
Feedly oder einfach die Lesezeichenfunktion des Browsers. Wobei letzteres schnell ziemlich chaotisch
werden kann. Ich finde Pocket cool, weil die das dann gleich
herunterladen. Du willst ja irgendeine Art von Archiv. Du kannst natürlich auch ein Excell-Sheet
nehmen. Das ist nicht gratis und wird in meinen Augen
viel zu oft für Workflows verwendet, die anders viel flüssiger von statten gehen würden. Ein kostenloses Tool darf natürlich nicht
fehlen, wenn es um Link-Analyse geht: die Google Search Console. Ich habe es vorhin schon mal gesagt, aber
Google hat da über Jahre wirklich viel investiert und kostenlos bereitgestellt. Der Grund, warum dort “nur” ein paar Prozent
oder “nur” die wichtigsten Links geliefert werden, ist, dass es kostenlos ist. Ganz viele wichtige Links, die die abgestraft
wurden, werden nicht gezeigt, aber das kostet dann halt. Daten halten, Daten liefern ist teurer, als
nur die Standardfestplatte intern zu haben. Google bietet damit ja Millionen von Webseitendaten
kostenlos. Dafür ist es schon verdammt gut. Damit kann man auf jeden Fall anfangen. Wir empfehlen auch, diese Links immer und
in jedes Audit mit aufzunehmen, weil du bei der Google Search Console Links siehst, die
durch Cloaking und andere Black Hat Methoden nur für Google sichtbar gemacht werden. Das sind dann vielleicht genau die Links,
die deine Penalty auslösen, wenn du in Branchen mit sehr hoher Konkurrenz unterwegs bist. Das wäre es eigentlich. Also die Check My Link-Extension für Chrome,
die Power*Trust Ansicht in einem der drei LinkResearchTools , dann noch irgendein Bookmark-Tool und die Google Search Console. Damit kannst du schon so viele Stunden verbringen,
bis du alles gesichtet, sortiert und gefiltert hast. Das, was eigentlich fehlt an der ganzen Kiste
ist, du hast halt immer nur einen statischen Datenbestand. In dem Moment, in dem du ein Excell Sheet
nutzt ist es zwar am ersten und zweiten Tag noch sehr cool. Nach einer Woche wird es schon schwierig. Das war auch der Ansatz, warum ich mit LinkResearchTool
angefangen habe. Philipp: Cool. Christoph, das war’s schon. Vielen, vielen Dank für deine Tipps. Christoph: Gerne. Philipp: Ich wünsche dir noch viel Spaß
auf der SMX. Christoph: Dankeschön. Philipp: Und wir verabschieden uns erstmal
und sagen Tschüß bis zum nächsten Mal. Macht’s gut! Christoph: Ciao.

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